Technik
Wing Coaster — warum außen anders ist
Bei Wing-Coastern sitzen Fahrgäste neben statt über der Schiene. Flug der Dämonen, Raptor und Furius Baco zeigen, wie diese Position Sicht, Rotation und Near-Miss-Effekte verändert.
Adrenalinspur Redaktion2 Min lesen
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Auf einem klassischen Sit-down-Coaster liegt die Schiene ungefähr unter der Mitte des Zuges. Ein Wing Coaster setzt die Sitze links und rechts daneben. Über und unter den Fahrgästen bleibt der Blick frei. Diese Verschiebung um wenige Meter verändert, wie eine Rolle, eine Kurve und selbst eine gerade Strecke wahrgenommen werden.
Drei europäische Beispiele
| Bahn | Jahr | Tempo | Länge | Inversionen |
|---|---|---|---|---|
| Raptor | 2011 | 90 km/h | 770 m | 3 |
| Flug der Dämonen | 2014 | 100 km/h | 772 m | 5 |
| Furius Baco | 2007 | 135 km/h | 850 m | 1 |
Raptor und Flug der Dämonen folgen dem Wing-Coaster-Konzept von B&M. Furius Baco stammt von Intamin und verbindet seitliche Sitze mit einem hydraulischen Launch. Schon daran wird deutlich: „Wing“ beschreibt primär die Sitzposition, nicht ein einziges Fahrprogramm.
Zwei Seiten, zwei Wege durch die Rolle
Die Schiene bildet die Drehachse. Sitzt man seitlich davon, beschreibt der Körper bei einer Rollbewegung einen größeren Bogen als die Schienenmitte. Die linke und rechte Zugseite liegen dabei auf entgegengesetzten Seiten der Achse.
In einer Zero-G-Roll kann eine Seite zunächst angehoben werden, während die andere tiefer in die Bewegung eintaucht. Beide Sitze absolvieren dasselbe Element, erleben aber nicht in jedem Moment dieselbe Bahn im Raum.
Der leere Raum verstärkt Nähe
Ohne Wagenboden direkt unter den Füßen werden Tore, Wände und Felsen besonders sichtbar. Parks bauen sogenannte Keyholes oder enge Durchfahrten so, dass die Schiene Platz hat, die seitlich ausladenden Sitzreihen aber scheinbar nur knapp hindurchpassen.
Dieser Effekt ist optisch, nicht riskant: Das vorgeschriebene Lichtraumprofil hält den notwendigen Abstand frei. Gerade weil die Technik sicher kalkuliert ist, kann die Gestaltung Nähe überzeugend inszenieren.
Tempo ist nicht die einzige Hauptrolle
Furius Baco ist mit 135 km/h deutlich schneller als die beiden B&M-Anlagen. Sein hydraulischer Launch macht Beschleunigung zum zentralen Ereignis. Flug der Dämonen nutzt fünf Inversionen und eine kompakte Strecke. Raptor setzt stärker auf die Bewegung durch gestaltetes Gelände.
Wer Wing-Coaster vergleicht, sollte deshalb nicht nur die Außensitze zählen. Wichtig sind Antrieb, Elementfolge und Umgebung. Die Sitzposition liefert das Werkzeug; das Layout entscheidet, was damit erzählt wird.
Der Heide Park nennt für Flug der Dämonen 40 Meter Höhe, 772 Meter Strecke und 100 km/h. Quelle: Heide Park über Flug der Dämonen.
Coaster Profile
Flug der Dämonen
Heide Park Resort · Soltau · Deutschland
- Höhe
- 40 m
- Top Speed
- 100 km/h
- Inversionen
- 5×
- Länge
- 772 m
Adrenalinspur Knowledge
Was ist ein Wing Coaster?
Bei einer Wing Coaster sitzen die Fahrgäste links und rechts neben der Schiene, ohne etwas über oder unter sich. Das erzeugt viel Bewegungsradius bei Rollen und Drehungen.
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Coaster
Flug der Dämonen
Park
Heide Park Resort
Hersteller
Bolliger & Mabillard
Bauart
Wing
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