Technik
Wodan und Wildfire — zwei Arten Holzachterbahn
Wodan und Wildfire tragen beide Holz in der Konstruktion, fahren aber eine völlig andere Sprache. Der Vergleich zeigt, warum Material allein noch keine Bauart und schon gar kein Fahrgefühl erklärt.
Adrenalinspur Redaktion2 Min lesen
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Holzachterbahn klingt nach einer eindeutigen Kategorie. Man denkt an ein dichtes Gerüst, ratternde Züge und eine Strecke ohne Inversionen. Wodan und Wildfire zeigen, wie ungenau dieses Bild geworden ist. Beide prägt eine Holzkonstruktion, doch Schienensystem, Zugtechnik und Layout verfolgen verschiedene Ziele.
Die Daten im Vergleich
| Wodan | Wildfire | |
|---|---|---|
| Eröffnet | 2012 | 2016 |
| Höhe | 40 m | 56 m |
| Länge | 1.050 m | 1.265 m |
| Top Speed | 100 km/h | 115,1 km/h |
| Inversionen | 0 | 3 |
| Hersteller | GCI | RMC |
Schon die drei Inversionen von Wildfire widersprechen der alten Faustregel, Holzachterbahnen blieben immer aufrecht. Der Unterschied entsteht nicht allein durch Mut zu einem anderen Layout, sondern durch die Art, wie die Fahrfläche konstruiert wird.
Wodan: Bewegung aus klassischer Geometrie
Wodan ist ein moderner Wooden Coaster von Great Coasters International. Die Strecke lebt von Hügeln, schnellen Richtungswechseln und dem Zusammenspiel mit dem umgebenden Holzgerüst. Der Zug folgt einer Schiene, deren Aufbau näher an der klassischen Holzachterbahn liegt.
Das bedeutet nicht, dass die Fahrt altmodisch sein muss. Moderne Berechnung, Züge und präzise Übergänge erlauben hohes Tempo. Der Europa-Park nennt 40 Meter Höhe, 1.050 Meter Länge und 100 km/h. Kreuzungen mit blue fire und Atlantica SuperSplash verstärken den Geschwindigkeitseindruck zusätzlich.
Wildfire: Holzbau mit anderer Fahrfläche
Wildfire wurde von Rocky Mountain Construction als Topper-Track-Anlage gebaut. Die Fahrfläche integriert mehr Stahl und erlaubt Geometrien, die man lange eher mit modernen Stahlachterbahnen verband. Dazu gehören stark geneigte Abfahrten, ausgeprägte Airtime und Inversionen.
Das Holzgerüst bleibt optisch und statisch ein bestimmender Teil der Anlage. Das Rollverhalten und die möglichen Figuren leiten sich aber nicht nur aus diesem Gerüst ab. Genau deshalb geraten einfache Etiketten an ihre Grenze.
Material, Struktur und Schiene trennen
Für einen sinnvollen Vergleich helfen drei Ebenen:
- Tragwerk: Woraus besteht die sichtbare Stützstruktur?
- Fahrfläche: Auf welcher Konstruktion rollen die Räder tatsächlich?
- Layout: Welche Radien, Neigungen und Figuren werden gebaut?
Zwei Bahnen können beim Tragwerk ähnlich aussehen und sich in den anderen beiden Ebenen deutlich unterscheiden. Umgekehrt können Stahlachterbahnen eine klassische Holzbahn-Dramaturgie mit Hügeln und Wendekurven übernehmen.
Welche fährt sich besser?
Die Technik liefert darauf keine allgemeine Antwort. Wodan setzt stärker auf Tempo im Gerüst, schnelle Übergänge und den Rhythmus eines modernen klassischen Woodies. Wildfire kombiniert diesen visuellen Charakter mit steilerem Drop, drei Inversionen und größeren Höhenunterschieden.
Wer Holzachterbahnen wegen ihrer lebendigen, gerüstnahen Bewegung mag, findet bei Wodan die klarere Ausprägung. Wer moderne Airtime und ungewöhnliche Orientierungen sucht, dürfte Wildfire bevorzugen. Der Vergleich zeigt vor allem: „Holz“ ist der Beginn einer Beschreibung, nicht ihr Ende.
Quellen: Europa-Park zu Wodan und Kolmården zu Wildfire.
Coaster Profile
Wodan Timbur Coaster
Europa-Park · Rust · Deutschland
- Höhe
- 40 m
- Top Speed
- 100 km/h
- Inversionen
- keine
- Länge
- 1.050 m
Adrenalinspur Knowledge
Was ist ein Wooden Coaster?
Eine Holzachterbahn läuft auf einer Holzkonstruktion, meist mit Stahlschienen darauf. Sie fährt kantiger und lauter als eine Stahlbahn und verändert ihr Fahrverhalten mit dem Wetter und dem Alter des Bauwerks.
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Coaster
Wodan Timbur Coaster
Park
Europa-Park
Hersteller
Great Coasters International
Bauart
Wooden
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