Technik
Racing Coaster — wenn der Nachbar zum Fahrelement wird
Joris en de Draak und Stampida brauchen keinen neuen Geschwindigkeitsrekord, um Spannung zu erzeugen. Zwei parallele Züge machen aus kleinen Zeitunterschieden ein sichtbares Rennen.
Adrenalinspur Redaktion2 Min lesen
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Auf einer einzelnen Achterbahn vergleicht man die Fahrt meist mit der eigenen Erwartung. Ein Racing Coaster setzt einen zweiten Zug daneben. Plötzlich wird jede Kuppe messbar: Wer liegt vorn, wo holt die andere Spur auf, und welches Team erreicht zuerst das Ziel?
Zwei klassische Racer
| Bahn | Material | Tempo | Streckenlänge | Eröffnet |
|---|---|---|---|---|
| Stampida | Holz | 74 km/h | 953,1 m | 1997 |
| Joris en de Draak | Holz | 75 km/h | 787,9 m | 2010 |
Die Werte gelten je nach Datenquelle für die jeweilige Anlage oder eine Spur. Wichtiger als der kleine Tempounterschied ist die räumliche Beziehung der beiden Strecken.
Rennen braucht Begegnungen
Zwei parallele Bahnen ergeben noch kein spannendes Duell. Das Layout muss die Züge immer wieder ins Blickfeld des anderen bringen. Parallele Hügel, gegenläufige Kurven und Kreuzungen schaffen Momente, in denen der Abstand unmittelbar sichtbar wird.
Der Nachbarzug wird damit zum beweglichen Fahrelement. Er erzeugt keine physischen Kräfte auf den eigenen Wagen, verändert aber die Wahrnehmung von Tempo und Richtung. Besonders bei entgegengesetzten Bewegungen scheint die relative Geschwindigkeit sehr hoch.
Synchronisation ist Teil des Erlebnisses
Ein echtes Rennen benötigt möglichst gleichzeitig startende Züge. Betrieb, Beladung und Abfertigung werden deshalb Teil der Show. Starten die Züge mit großem Abstand, bleibt zwar eine Doppelanlage, der direkte Wettbewerb geht aber verloren.
Auch bei gutem Start kann das Ergebnis variieren. Beladung, Reibung, Temperatur und Wind beeinflussen kleine Zeitunterschiede. Gerade diese Variation macht das Rennen glaubwürdig: Ein fest vorprogrammierter Sieger wäre schnell durchschaubar.
Racing, Duelling und zwei Familienrunden
Racing-Strecken verlaufen überwiegend in dieselbe Richtung und vergleichen Fortschritt. Duelling-Coaster können stärker mit Gegenverkehr und Begegnungspunkten arbeiten. Die Begriffe werden im Parkmarketing nicht immer streng getrennt.
Max & Moritz zeigt noch eine dritte Variante. Die beiden Powered-Coaster besitzen getrennte Figuren und eine familienfreundliche Auslegung. Der Reiz liegt mehr im gemeinsamen Nebeneinander als in einem klassischen Hochgeschwindigkeitsrennen.
Warum 75 km/h reichen
Joris en de Draak muss nicht so schnell sein wie ein Hypercoaster. Die zweite Spur liefert einen permanenten Vergleichsmaßstab. Jeder kleine Vorsprung wird sichtbar, und die gemeinsame Zielfahrt gibt dem Layout eine eindeutige Dramaturgie.
Efteling beschreibt Joris en de Draak ausdrücklich als doppelte hölzerne Racing-Achterbahn mit den Teams Wasser und Feuer. Quelle: Efteling über Joris en de Draak.
Coaster Profile
Joris en de Draak
Efteling · Kaatsheuvel · Niederlande
- Höhe
- 22,1 m
- Top Speed
- 75 km/h
- Inversionen
- keine
- Länge
- 787,9 m
Adrenalinspur Knowledge
Was ist ein Wooden Coaster?
Eine Holzachterbahn läuft auf einer Holzkonstruktion, meist mit Stahlschienen darauf. Sie fährt kantiger und lauter als eine Stahlbahn und verändert ihr Fahrverhalten mit dem Wetter und dem Alter des Bauwerks.
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Coaster
Joris en de Draak
Park
Efteling
Hersteller
Great Coasters International
Bauart
Wooden
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