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g-Kräfte richtig lesen — Richtung, Dauer, Aufbau
4 g klingt viermal so intensiv wie 1 g. Für das Fahrgefühl fehlen dabei Richtung, Dauer und Geschwindigkeit des Kraftaufbaus. Warum ein einzelner Spitzenwert Achterbahnen nur unvollständig beschreibt.
Adrenalinspur Redaktion2 Min lesen
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Parks nennen neben Höhe und Tempo gelegentlich einen maximalen g-Wert. Helix wird von Liseberg mit 4,3 g angegeben, Wodan vom Europa-Park mit 3,5 g. Diese Zahlen sind real, aber ohne Kontext kaum ein vollständiger Vergleich.
Was 1 g bedeutet
Im Alltag drückt der Boden oder Sitz mit ungefähr dem eigenen Körpergewicht gegen uns. Dieses Gefühl entspricht grob 1 g. Bei 2 g fühlt sich die Kontaktkraft in der betreffenden Richtung etwa doppelt so groß an; bei 0 g fehlt die stützende Normalkraft vorübergehend und es entsteht Schwerelosigkeitsgefühl.
Die Erdanziehung verschwindet dabei nicht. Was sich ändert, ist vor allem die Kraft, mit der Sitz oder Rückhaltesystem den Körper auf die beschleunigte Bahn zwingt.
Positiv, negativ und seitlich
Positive vertikale g-Kräfte drücken Fahrgäste typischerweise in den Sitz, etwa im Tal nach einem Drop. Negative Werte entstehen auf Kuppen, wenn der Zug nach unten von der geraden Trägheitsbahn abweicht und der Körper gegen den Bügel entlastet wird.
Seitliche Kräfte wirken quer zum Körper. Moderne Kurven werden geneigt, damit ein großer Teil der nötigen Beschleunigung günstiger durch Sitz und Rücken aufgenommen wird. Ein Maximalwert ohne Richtungsangabe verrät nicht, welche dieser Erfahrungen gemeint ist.
Dauer verändert die Wirkung
Ein kurzer Peak und eine mehrere Sekunden gehaltene Belastung können denselben Maximalwert besitzen. Der Körper erlebt sie nicht gleich. Auch die Anstiegsgeschwindigkeit ist wichtig: Baut sich eine Kraft sanft auf oder springt sie schnell von Entlastung zu Druck?
Im Fahrgefühl wird dieser Wechsel oft als „Ruck“ beschrieben. Technisch ist die zeitliche Änderung der Beschleunigung entscheidend. Eine Bahn kann hohe Kräfte weich einleiten und niedrigere Kräfte überraschend abrupt wechseln.
Tempo und Radius arbeiten zusammen
In einer Kurve wächst die notwendige Beschleunigung mit dem Quadrat der Geschwindigkeit und sinkt bei größerem Radius. Doppelte Geschwindigkeit würde bei gleichem Radius nicht doppelte, sondern vierfache Zentripetalbeschleunigung bedeuten.
Designer passen deshalb Radien an das Tempo an. Große Loopings und weite Täler können hohe Geschwindigkeiten kontrolliert umlenken; kleinere Figuren werden mit entsprechend anderem Tempo durchfahren.
Ein besseres Datenblatt
Für einen fairen Vergleich wären Kurven über die gesamte Fahrt hilfreicher als ein Peak. Sie würden Richtung, Dauer und Übergänge zeigen. Solche Messreihen sind für viele Anlagen nicht öffentlich verfügbar.
Der Maximalwert bleibt daher ein nützlicher Hinweis, aber kein Intensitätsurteil. 4,3 g sagen, dass an einem Punkt eine hohe Belastung erreicht wird. Wie sich die ganze Fahrt anfühlt, steht erst in ihrem zeitlichen Verlauf.
Quellen: Liseberg über Helix, Europa-Park über Wodan und NASA zur Bedeutung von g-Kräften.
Coaster Profile
Helix
Liseberg · Gothenburg · Schweden
- Höhe
- 41 m
- Top Speed
- 100 km/h
- Inversionen
- 7×
- Länge
- 1.381 m
Adrenalinspur Knowledge
Was ist ein Launch Coaster?
Ein Launch Coaster startet nicht mit einem Lifthill, sondern wird beschleunigt — meist elektromagnetisch (LSM), seltener hydraulisch oder per Reifenantrieb. Der Zug erreicht seine Höchstgeschwindigkeit in wenigen Sekunden, oft direkt aus der Station.
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Coaster
Helix
Park
Liseberg
Hersteller
Mack Rides
Bauart
Launch
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